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"Kinder ohne Rückhalt"
Frankfurter Rundschau vom 23.9.2003:
Eben hat die Schule wieder begonnen, und schon bleiben in manchen Klassenzimmern wieder die Plätze leer. Aktuell also, wenn das ZDF eine dreiteilige Reihe zum Thema "Zukunftsmodell Schule" mit einem Film über ein Berliner Projekt für notorische Schulschwänzer eröffnet. Beim Auftaktfilm fällt angenehm auf, dass all die Stichworte und Phrasen ausbleiben, die seit Monaten zwischen Feuilletons und mehr oder minder politischen Stammtischen hin und her gespielt werden. Statt weiter abtrakte und entsprechend müßige Diskussionen anzuzetteln, lassen die Autorinnen Jana Matthes und Andrea Schramm hier einmal die Betroffenen zu Wort kommen. ...
Der Film zeigt exemplarisch, warum manche Schüler scheitern. Gina war in jüngeren Jahren eine der Besten ihrer Klasse. Dann wechselte die Lehrerin, Gina erfuhr Ablehnung und die Schwierigkeiten begannen auch weil Gina im Elternhaus keinen Rückhalt fand und Wärme und Zuneigung in einer Clique von jungen Drogennutzern suchte, Noch immer berührt es Ginas Vater nicht im geringesten wenn Gina verschläft und einmal mehr den Unterricht versäumt: Für ihn eine Angelegenheit, die Tochter und Mutter miteinander auszumachen haben. Die aber ist deutlich überfordert und muss von seiten ihrer jüngeren Tochter sogar Tätlichkeiten gewärtigen. Das elterliche Desinteressse gegenüber ihren schulischen Angelegenheiten überträgt Gina auf sich: Während der Dreharbeiten reißt sie wieder einmal aus, nur um herauszufinden, ob sich ihre Mutter wohl Sorgen machen wird.
Der Film regt zu Diskussionen an, denkbar wäre ein Einsatz im Unterricht, um mit Betroffenen ins Gespräch zu kommen. ...
Harald Keller
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