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"Unter der Haut"

Das zweite Leben von Doktor Schoeneich
WDR, BR (45 min/65 min)

Buch/Regie: Andrea Schramm
Kamera: Bernd Meiners
Ton: Pascal Capitolin
Produktion: Kick-Film München, 2002/2003

Als Heinrich Schoeneich in München seine Koffer packt, brechen zur gleichen Zeit in Burma Kinder aus abgelegenen Dörfern auf. Sie werden im Krankenhaus der Stadt Mitkina auf Schoeneich warten. Unter ihnen ist Nitinte, ein kleines Mädchen, daß im letzten Moment aus einer brennenden Bambushütte gerettet wurde und Masa, eine junge Frau mit einer Hasenscharte. Doktor Heinrich Schoeneich ist Schönheitschirurg. Neun Monate im Jahr geht er Tag für Tag in seine Münchner Privatpraxis und macht Lidstraffungen, Brustvergrößerungen aber auch Narbenbehandlungen und Tumoroperationen. In seinem Urlaub operiert Schöneich seit zehn Jahren arme Menschen in Burma, Afghanistan oder Nigeria. Dafür wird er immer öfter angegriffen und muß sich rechtfertigen. Was treibt einen Schönheitschirurgen, der hier alles hat, in den Regenwald um dort zu operieren? Sein Helfersyndrom? Abenteuerlust? Gar sein schlechtes Gewissen? Schoeneich weiß nicht für alles Antworten, er handelt aus dem Bauch heraus. Wir haben Schoeneich auf einer seiner Reise begleitet – nach Burma, in das vergessene Land. Hunderte durch Geburt oder Unfälle gezeichnete Menschen warten auf ihn. Zwanzig Patienten operiert das Team jeden Tag. Schoeneich fühlt sich für zwei Wochen wie in Trance. Es ist auch ein Egotrip für mich, erzählt er. Wenn er zurückfliegt muß er hunderte zurücklassen, denen er nicht helfen kann. So lange er operiere, denke er nicht darüber nach, aber später kämen all die verdrängten Gedanken und mit ihnen die Angst vor der inneren Zerrissenheit. In diesen ruhigen Momenten stellt er seine Arbeit in München in Frage. Aber nur für Momente. Vielleicht, weil er sonst zwischen seinen beiden Leben zerrieben würde.