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"Gnadenlos"

BR, WDR, arte, Filmförderung, 90 min
Buch: Jana Matthes & Andrea Schramm
Regie: Andrea Schramm
Kamera: Bernd Meiners
Ton: Pascal Capitolin
Produktion: Kick-Film München, 2000/2001
Eine Produktion von Schramm-Matthes-Film Berlin

Sie sitzen im größten Jugendknast Deutschlands in Hameln und sind berüchtigt für ihre Brutalität: Jens, der erbarmungslose Schläger, Nils, der für Tausend Mark einen Mord begehen wollte und der Libanese Scheich, der durch eine Scheinhinrichtung von sich reden machte. Weggeschlossen, aufgegeben von der Welt da draußen, werden ihre Wut und ihr Frust jeden Tag größer und machen die drei Neunzehnjährigen noch gefährlicher für jeden, der zufällig ihren Weg kreuzt. Als Michael Heilemann, der Gefängnispsychologe, ihnen ein Anti-Aggressivitätstraining anbietet, sind sie dabei – doch eher um der Knasttristesse zu entkommen, als weil sie sich wirklich verändern wollten. Aber Heilemann –eine Mischung aus Bruce Willis und Klaus Kinski– entpuppt sich als verrückter als sie selbst. Gnadenlos – so wie sie mit ihren Opfern waren, demontiert er ihr Selbstbild, kehrt ihr Innerstes nach außen und fördert verborgene Verletztheiten zutage. Erst als sie sich vor ihren eigenen Taten ekeln und sich bei ihren Opfern entschuldigen, ist Heilemann zufrieden. Doch er kämpft einen einsamen Kampf. Während bei den harten Jungs die Fassade bröckelt, bekommt Heilemann Gegenwind aus den eigenen Reihen. Beamtenmentalität steht gegen die Kreativität des Trainers. Die Justiz selbst bringt sein Projekt an die Grenze des Scheiterns.